Netafim™ in Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftsbetrieb Wawretzko & Hirl GbR

PRAXISTEST

Praxistest 2021: Lassen sich die guten Ergebnisse wiederholen?

Ziel des Feldversuchs 2021 war es, zu überprüfen, ob sich die Ergebnisse aus dem Feldversuch 2020 wiederholen lassen. Angebaut wurde also Mais auf vier Parzellen – mit Tropfbewässerung und ganz ohne Bewässerung.

Die Versuche unterschieden sich nur insofern, dass im zweiten Jahr über eine frühere Aussaat von ca. zwei Wochen das Ertragspotential der eingesetzten Sorten verbessert werden sollte..

Versuchsaufbau: Bodenvorberteiung, Saat und Bestandspflege

Die Bodenvorbereitung, Saat und die Bestandspflege erfolgten nach dem Konzept einer regenerativen Bewirtschaftungsweise: d. h. es wurde vollständig auf Insektizide, Fungizide und Wachstumsregler verzichtet.

Um den Boden für die Saat vorzubereiten, wurden lediglich einmal Gärreste eingearbeitet. Ausgesät wurde nach dem sog. Striptill-Verfahren (auch Direktsaatverfahren genannt). Dabei wird der Boden nur im Bereich des Saatbandes bearbeitet.

Um das Pflanzenwachstum anzuregen, erhielten die Maispflanzen max. 160 kg N/h über N-min, die Gärreste und Fertigation (Düngung) über die Tropfrohre. Die leicht löslichen Nährsalze wurden mit dem Wasser direkt an die Wurzeln der Pflanzen gebracht.

Klima: Das Wetter war 2021 anders als 2020

Anders als 2020, lässt sich 2021 klimatisch annähernd als Normaljahr bezeichnen, auch wenn die Niederschlagsverteilung im Zeitraum Mai-August alles andere als optimal war.

So kam es Ende Juni bis Anfang Juli zu einem Starkniederschlagereignis von mehr als 110 Litern innerhalb von 3 Tagen. Dies war eindeutig zu viel. Ein Großteil des Regens floss oberirdisch ab oder versickerte in tiefere für die Pflanzenwurzeln nicht mehr verfügbare Bodenschichten.

Die nachfolgende Grafik mit den Daten eines in 80 cm Tiefe installierten Bodenfeuchtesensors, dem NetaCap, zeigt dies anschaulich.

Hieran wird sehr gut deutlich, wie dieses Starkniederschlagsereignis die unteren Bodenschichten beeinflusst hat. Für das Wachstum der Pflanzen war dieses Ereignis dagegen nur bedingt wirksam, da zu diesem Zeitpunkt das Wurzelwerk noch nicht voll entwickelt und somit der Wasserbedarf der Maispflanzen gering war.

Spätere Phasen mit anhaltender niedriger Niederschlagsintensität beeinflussten die Bodenfeuchte dagegen kaum und führten zu keinem oder nur einem geringen Anstieg der Bodenfeuchte.

Auffällig waren auch zwei Trockenperioden.

Die erste Trockenphase fiel gerade in die für den späteren Ertrag relevanteste Zeit, dem Rispenschieben sowie der Blüte. Eine Bewässerung in dieser Zeit war daher besonders effektiv, weil sie für die Pflanzen die einzige Wasserzufuhr war. In den anderen Wachstumsperioden wurde die Tropfbewässerung zur Ergänzung der Niederschläge genutzt, wenn diese den Bedarf der Maispflanzen nicht gedeckt hat.

Tropfbewässerung kann fehlenden Niederschlag gezielt ausgleichen

Anfang Oktober 2020 fand die Ernte auf dem Testfeld in Redefin statt.

Auf der linken Achse abgetragen ist einerseits die Menge an appliziertem Zusatzwasser (Irrig.) sowie die fruchtartbezogene klimatische tägliche Wasserbilanz (CWBc) jeweils in l/m². Auf der rechten Achse abgetragen ist der Wassergehalt des Bodens in Tiefen von 10 cm, 30 cm und 80 cm in % (% VWC).

Deutlich zu sehen ist, wie sowohl in der ersten als auch in der zweiten Trockenphase der Oberboden (10 cm-Kurve) trockenfällt. Dagegen schaffte es die Tropfbewässerung in der ersten Phase den Feuchtezustand des Bodens in der Hauptwurzelzone (30 cm- und 80 cm-Kurven) stabil zu halten, während in der zweiten Trockenperiode das Fehlen jeglicher Bewässerung auch zu einer Abnahme des Wassergehaltes in diesem Bereich führte.

Ergebnis mit Tropfbewässerung: Ertragssteigerung zwischen 39 und 68 %

Im Ergebnis bewirkt eine rechtzeitige Wassergabe über die Tropfbewässerung einen vollständig entwickelten Maiskolben (siehe folgendes Foto). Zusätzlich konnte eine schnellere Abreife der Kolben bei gleichzeitig noch grüner Pflanzen im Vergleich zur unbewässerten Parzelle beobachtet werden.

Letztlich wurden somit im Versuchsjahr 2021 folgende Ergebnisse erzielt:

Dabei wurden Zusatzwassergaben von 110 bis 130 l/m² über die Tropfbewässerung verabreicht.

Sehr deutlich wird, dass das Ziel, die Ergebnisse aus dem Jahr 2020 noch zu steigern, erreicht wurde. Es konnte auch gezeigt werden, wie effektiv eine optimierte ressourcenschonende Tropfbewässerung ist. Immerhin liegen die Ertragssteigerung gegenüber der unbewässerten Variante zwischen 39 % bzw. 68 %.

Die Versuche werden im Jahr 2022 mit einer angepassten und spannenden Fragestellung fortgesetzt.